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Das Leben ist schön – ohne Bombenterror

© PureSurfCamps

Vom 21. Juni bis zum 5. Juli atmeten 24 Jugendliche aus der Ukraine an der französischen Atlantikküste durch: Sie lernten surfen und arbeiteten mit Psychologinnen daran, ihre Kriegstraumata zu bewältigen. Der European-Utopia-Partner “Kultur.Konvoi” hatte das Projekt erdacht und mitorganisiert, seine Spenderinnen möglich gemacht.

Die Kids im Alter zwischen 14 und 16 Jahren stammen alle aus einer anderen der 24 ukrainischen Oblaste. Wobei einige vor den Greueltaten der russischen Armee fliehen mussten und nicht mehr in ihrer Heimatregion wohnen. Die Gruppe traf sich in Lwiw, nahm einen Bus nach Krakau, flog über Zürich nach Biarritz und fuhr von dort rund 70 Kilometer nach Norden an den Strand von Moliets. “Für 80 Prozent der Jugendlichen ist es die erste Auslandsreise”, sagte Khrystyna Yevpat, eine der Betreuerinnen vor Ort, im Video-Telefonat mit European Utopia.

Während des Gesprächs saß sie auf einer Holzterasse im Schatten eines Bungalows. Die Mittagssonne schien, im Hintergrund zirpten die Zikaden und der Pinienwald war zu sehen, hinter dem das Meer liegt – ein Bild, das erahnen ließ, wie sehr die Teenager an diesem Ort durchatmen konnten. Zuhause vergeht für sie kaum ein Tag, an dem sie nicht vom Bomebenalarm aufgeschreckt werden, in Schutzräume flüchten, um ihr Leben und das ihrer Familie bangen müssen.

Hier, erklärte Yevpat, erlebten die Mädchen und Jungen eine Zeit ohne Explosionen, Trümmer und Leid: “Das tut ihren Seelen gut und stärkt sie.” Der typische Tagesablauf im Camp: Nach dem Aufstehen Yoga, dann Frühstück – und die ersten therapeutischen Einheiten. Zwei Psychologinnen aus der Ukraine reisten mit, um Einzelgespräche zu führen. Nach dem Abendessen folgten weitere Einzel- und Gruppenangebote für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen. Und in den vielen Stunden dazwischen? “Ab mittags gehen wir an den Strand und surfen”, sagte Yevpat, “das ist unsere Hauptbeschäftigung. Und es ist so schön: Stundenlang sehen wir dort nur in lächelnde Gesichter, auch bei den sonst traurigsten Kindern.”

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Halt finden: Psychologinnen arbeiteten im Surfcamp mit den Kindern daran, Kriegstraumata zu bewältigen

Ermöglicht haben das Surfcamp die Klitschko Foundation, für die Yevpat als Kommunikationsassistentin normalerweise in Kyiv arbeitet, die Organisation “WeAreAllUkrainians”, der Reiseanbieter “PureSurfCamps” sowie die von Sportfreunde-Stiller-Bassist Rüdiger Linhof gegründete Initiative “Kultur.Konvoi”, die von der gesamten Band und vielen weiteren Unterstützer*innen getragen wird.

Der Kultur.Konvoi und European Utopia e.V. kooperieren, denn sie haben gemeinsame Ziele: Beide fördern Kunst, Kultur und Bildung für ein demokratisches Europa der Menschenrechte. Für das Programm in Frankreich hatten Rüdiger Linhof und PureSurfCamp-Gründer Stefan Brill die Idee entwickelt, Kontakte geknüpft und Spenden gesammelt. Für die Kinder ist die Reise komplett kostenfrei.

In der Ukraine hatte die Klitschko Foundation das Surfcamp auf Social Media angekündigt – und 400 Bewerbungen erhalten. Auch deshalb stellte die Vorständin der Stiftung, Angelina Osadcha, in Aussicht, dass es weitere geben soll. In ihrem Statement heißt es: “Heute, da ukrainische Teenager im Schatten des Krieges aufwachsen, ist die Unterstützung ihrer psychischen Gesundheit unerlässlich. Wir wollen jungen Menschen helfen, Freude, Selbstvertrauen und ein Gefühl der Verbundenheit wiederzuentdecken. Sport – vor allem Surfen – ist ein starkes Medium zur Heilung, das jungen Menschen hilft, Traumata durch Bewegung, Natur und gemeinsame Erfahrungen zu verarbeiten. Wir sind unseren Partnern von WeAreAllUkrainians, Kultur.Konvoi und PureSurfCamps unglaublich dankbar, dass sie uns bei dieser Aufgabe unterstützen. Und wir wissen, dass dies erst der Anfang ist. Wir sind entschlossen, dieses Projekt weiter auszubauen.”

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Mehr als Surfen: Die Jugendlichen lernten auch an Land viel für die persönliche Entwicklung

Vor Ort an der Atlantikküste schilderte Yevpat im Video-Telefonat noch eine wichtige Aufgabe für die kommenden Tage: “Wir bereiten die Kinder jetzt langsam und behutsam auch auf die Rückkehr vor.” Zuhause wartet auf sie die schlimme Situation, die landesweit seit fast dreieinhalb Jahren vorherrscht, in der Ostukraine seit elf Jahren. “Daran kann man sich nicht gewöhnen”, sagte Yevpat, “aber die Kinder werden diese Reise nie vergessen. Ich hoffe, dass sie ihnen Kraft und Hoffnung gibt.”

Wer weitere Kultur.Konvoi-Projekte unterstützen möchte, kann dazu auf das European-Utopia-Spendenkonto bei der GLS Bank einzahlen und als Verwendungszweck “Kultur.Konvoi” angeben. Unter anderem sind im Sommer und Herbst 2025 zwei weitere Surfcamps in Kooperation mit der Klitschko Foundation geplant.

Spendenkonto:
European Utopia e.V.
Verwendungszweck: Kultur.Konvoi
IBAN: DE02 4306 0967 1112 6290 00
BIC: GENODEM1GLS

Weiterführende Links:

- Von den Sportfreunden Stiller gegründet und Partner von European Utopia e.V. – hier findet Ihr mehr zur Initiative Kultur.Konvoi: www.kulturkonvoi.com

- Die Klitschko Foundation ist eine ukrainische Wohltätigkeitsorganisation, die sich systematisch für Jugendliche einsetzt - insbesondere in Zeiten des Krieges. Die Stiftung entwickelt und implementiert Programme mit den Schwerpunkten Bildung, Sport, psychische Gesundheit und persönliche Entwicklung für junge Menschen in der gesamten Ukraine. Mehr dazu unter:
www.klitschkofoundation.org

Mehr zur Spendenorganisation WeAreAllUkrainians findet Ihr hier:
www.weareallukrainians.de

- Mit-Entwickler und Förderer des Surfcamps – mehr zum Reiseanbieter PureSurfCamps:
www.puresurfcamps.com

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